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Politik - Klagenfurt
© Schmid-Tarmann

Gemeinderätin Schmid-Tarmann in Sorge

Hotel Wörthersee: „Architektur-Juwel in Gefahr“

Pörtschach – Gemeinderätin Schmid-Tarmann (Grüne) sorgt sich um die Zukunft des Hotels Wörthersee. Der Investor soll den Abriss und Neubau beantragt haben.

 3 Minuten Lesezeit (473 Wörter)

Wörthersee-Architektur. Ein Begriff für einen prägenden Baustil des ausklingenden 19. Jahrhunderts. Das Künstlerhaus in Klagenfurt, die Villa Miralago und die Villa Wörth in Pörtschach, das Schloss Reifnitz oder die Villa Samek – am Südufer zwischen Loretto und Maiernigg gelegen – um nur ein paar zu nennen, zeugen noch von der „Belle Epoque“ und ihrer romantisch-verklärten Sommerfrische. „Diese Gebäude sind auf jeden Fall ästhetisch wertvoller als die, wie ein Virus wachsenden, Appartement-Bauklötze der Gegenwart“, ist Gemeinderätin Schmid-Tarmann überzeugt. „Und darum mache ich mir Sorgen um die Zukunft des Hotels Wörthersee, einem der letzten großen Zweckbauten dieser Epoche.“

2008 – Ein Investor verliebt sich in die Stadt

Just während der Fußball-Europameisterschaft 2008 wird ein polnischer Investor auf Klagenfurt und auf das Architektur-Juwel in der Ostbucht aufmerksam. Mit seinen eigenen Worten war es ‚Liebe auf den ersten Blick‘. „Das Einzige was von dieser Liebe übrig zu sein scheint, ist ein Liebäugeln mit der Abrissbirne. Denn wie sonst sollen wir jetzt die Meldung über die geplante Vernichtung dieser, für das Ortsbild wertvollen, Immobilie deuten?“, fragt sich die Grüne Kultursprecherin erzürnt. „Die Stadt hat dem Investor schon mit der im Jahr 2017 erfolgten Flächenwidmungsplanänderung den Weg für die Renovierung geebnet. Wobei immer glasklar kommuniziert wurde, dass der Denkmalschutz die höchste Priorität hat. Der Investor wusste also von Beginn an, welche Auflagen und Investitionen ihn dadurch erwarten. Doch anstatt unverzüglich – Zeit ist ja bekanntlich Geld – mit der Restaurierung und dem auflagengerechten Umbau zu beginnen, hat auch er – wie schon jahrelang die Vorbesitzer – das Anwesen weitere 3 Jahre dem Verfall preisgegeben. Nun beantragt er den Abriss und Neubau. Das ist die gleiche Salami-Taktik wie wir sie bereits mit dem ehemaligen KTZ-Gebäude erlebt haben. Aus einer kolportierten Privat-Universität inklusive Studentenwohnungen wurde scheibchenweise ein Bürogebäude mit einem Budgethotel.“

Wie geht es mit dem „Hotel Wörthersee“ weiter?  

Im Jahr 1993 hat die Stadt Klagenfurt den Denkmalschutz für den Emmersdorfer Schlossstadel aufheben lassen. Auch hier das gleiche Bild: verfallen lassen bis sich eine Renovierung (angeblich) nicht mehr rentiert. „Mit dessen Schleifung im Vorjahr ist ein historisches Kulturgut unwiederbringlich verloren. Dies könnte auch dem Hotel Wörthersee widerfahren“, gibt Evelyn Schmid-Tarmann zu bedenken. „Allein die Aussage des führenden FPÖ Vertreters in Klagenfurt macht mich hellhörig, wenn er sagt, dass Abstriche beim Denkmalschutz für ihn durchaus denkbar wären.“

„Mit dem alten Parkhotel in Pörtschach und dessen Abriss zu Beginn der 1960er Jahre wurde auch eine, das Ortsbild prägende, Immobilie aus der ‚Belle Epoque‘ vernichtet. Was wir daraus lernen sollten ist, dass die Liebe der Investoren auf Dauer nur dem Geld treu bleibt“, ist die Grüne Gemeinderätin überzeugt und fordert abschließend: „Die Politik muss aufhören, sich selbst zum Erfüllungsgehilfen dieser Begehrlichkeiten zu degradieren.“

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