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Politik - Kärnten
Die mobile Ausstellung tourt im Jubiläumsjahr durch die Bezirksstädte Kärntens und ist derzeit auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe am Großglockner zu besichtigen.
Die mobile Ausstellung tourt im Jubiläumsjahr durch die Bezirksstädte Kärntens und ist derzeit auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe am Großglockner zu besichtigen. © LPD Kärnten/Augstein

Würdevolle Feiern, ehrenvolles Gedenken trotz Corona:

100 Jahre Volksabstimmung: Fahrplan für Feiern und Aktionen präsentiert

Kärnten – In einer Pressekonferenz am heutigen Montag, dem 27. Juli, wurde vom Land Kärnten der Fahrplan für Feiern, Ausstellungen und Aktionen im Rahmen von „CARINTHIja 2020“ präsentiert. Dabei soll besonders auf die Sicherheit und Gesundheit der Menschen Rücksicht genommen werden.

 8 Minuten Lesezeit (983 Wörter) | Änderung am 27.07.2020 - 17.38 Uhr

In der morgigen Regierungssitzung wird der Fahrplan zu sämtlichen Feiern, Ausstellungen und Aktionen im Zuge von „CARINTHIja 2020“, dem Jubiläumsjahr der Volksabstimmung beschlossen. Schon heute präsentierten Landeshauptmann Peter Kaiser und LR Martin Gruber den Veranstaltungsablauf, die Feierlichkeiten und die begleitenden Jubiläumsaktionen, die alle unter dem Lichte der Coronaauswirkungen stattfinden. „Schutz und Gesundheit der Bevölkerung haben absoluten Vorrang, trotzdem werden wir das Gedenkjahr würdig und ehrenvoll begehen“, betonte Kaiser. Immerhin können beispielsweise 88 von 89 Projekten auch unter den Auflagen der Coronabestimmungen durchgeführt werden, wenn auch der Zeitraum in Absprache zwischen Land, Kulturabteilung und Projektpartnern bis ins Jahr 2021 ausgedehnt werden musste.

Corona-Auflagen gelten bei allen Feiern

„Bei sämtlichen Veranstaltungen ist jede Kärntnerin und jeder Kärntner eingeladen, unter den geltenden Corona-Auflagen teilzuhaben und wir haben auch die Traditionsverbände eingebunden. Wir wissen heute noch nicht, unter welchen Bedingungen wir im Oktober feiern und gedenken können, was die Anzahl der Gäste betrifft. Aber wir werden auch visuell dafür sorgen, dass so viele Menschen wie möglich am Gedenkjahr teilhaben können“, so Kaiser.

„Gesundheit der Menschen hat Vorrang“

„Es war in der Vorbereitungszeit nun unser größtes Anliegen, ein würdevolles Gedenken zu ermöglichen. Corona hat uns zwar bei einigen Planungen einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber die Gesundheit der Menschen hat absoluten Vorrang. Wir werden die Menschen aus den Tälern und Regionen trotzdem mitnehmen können und werden die Möglichkeit schaffen, dass sie ihrer Verbundenheit zur Heimat Ausdruck verleihen können“, betont Gruber. Daher hat das Land Kärnten auf Initiative von LH Peter Kaiser auch eine Fahnenaktion ins Leben gerufen, bei der „Kärnten-Fahnen“ vergünstigt angeboten werden. „Wir können am 10. Oktober damit gemeinsam Flagge zeigen, nicht nur in Kärnten, sondern auch in den Nachbarbundesländern Salzburg und Steiermark. Corona hat weltweit viel Schaden angerichtet. Aber wir werden trotzdem zeigen, dass wir stolz auf unsere Heimat sind und in die Zukunft schauen“, sagt Gruber. Gespräche mit den Landeshauptleuten Haslauer und Schützenhöfer laufen, um das Gedenken an den Verbleib Kärntens in Österreich auch über die Grenzen hinaus sichtbar zu machen. Zusätzlich kündigte Gruber einen Wettbewerb für Landschaftselemente zum Thema „100 Jahre Kärnten frei und ungeteilt“ an, damit sich möglichst viele Einzelpersonen und Vereine dem Jubiläum sichtbar anschließen können.

88 Projekte trotz Corona möglich

Das gesamte Jubiläumsjahr ruhe, laut Kaiser, auf drei Säulen. 88 Projekte – von der Ausstellung bis hin zu Theateraufführungen – können trotz Corona realisiert werden. Weiters tourt die mobile Ausstellung durch die Bezirksstädte Kärntens und ist derzeit auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe am Großglockner zu besichtigen. „Wir wollen mit der mobilen Ausstellung auch in Wien und eventuell in Laibach auf unser Jubiläumsjahr aufmerksam machen“, berichtet Kaiser. Aktuell würde man sich bereits der 10.000er Marke bei den Besucherzahlen nähern. Und die dritte Säule seien, laut Kaiser, die Feierlichkeiten und Gedenkveranstaltungen selbst. Das große Fest der Täler musste in Hinblick auf Corona abgesagt werden, denn niemand könne bei einer Veranstaltung mit rund 30.000 Gästen die Verantwortung übernehmen oder gar für die gesundheitliche Sicherheit garantieren. Dafür wird ein Film über Kärntens Täler produziert, der bei der Festveranstaltung am 10. Oktober gezeigt werden soll – quasi ein virtuelles Fest der Täler.

Feiern ab 8. Oktober

Die Feiern werden bereits am 8. Oktober in Völkermarkt, St. Georgen am Längsee und Frauenstein mit Kranzniederlegungen beginnen, werden am 9. Oktober mit Feiern beim Herzogstuhl, am Soldatenfriedhof Annabichl und im Landhaushof fortgesetzt und finden ihren Höhepunkt am 10. Oktober in einem ökumenischen Festgottesdienst im Dom in Klagenfurt und in einer Festsitzung der Landesregierung und des Landttages, zu der Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Sloweniens Präsident Borut Pahor eingeladen sind. Ebenso am 10. Oktober wird eine neue Gedenktafel in der Kärntner Landesregierung enthüllt – die Ausschreibung dazu läuft bis 1. September – und nach dem vorwöchigen mehrheitlichen Gemeinderatsbeschluss in Sittersdorf, eine zweisprachige Ortsbezeichnungstafel in Sielach/Sele, dem Heimatort von Staatspreisträger Florjan Lipuš aufgestellt.

Sonderbriefmarke zum Jubiläumsjahr

Zusätzlich sei es, laut Kaiser, gelungen, dass ab dem Herbst eine Sonderbriefmarke anlässlich des Kärntner Jubiläumsjahres aufgelegt wird und es auch ein Sonderpostamt geben werde. „Dank der Medienpartnerschaften wird auch der ORF sein Programm von Juli bis Oktober in TV und Radio auf das Jubiläumsjahr ausrichten und wird ORF 2 den Festakt am 10. Oktober live übertragen.

FPÖ-Darmann: „Das ist eine Verunglimpfung der Kärntner Geschichte“

Kritk zu dem heute präsentierten Fahrplan für das Jubiläumsjahr kommt vom Kärntner FPÖ-Chef Klubobmann Gernot Darmann. In einer aktuellen Aussendung erklärt er: „Wenn LH Peter Kaiser und sein Koalitionspartner LR Martin Gruber heute versucht haben, das Bild eines würdigen Gedenkens an die Volksabstimmung vor 100 Jahren zu erwecken, können sie nicht verbergen, dass sie selbst die Verhunzung dieses Gedenkens mit viel Steuergeld unterstützen. So mussten gestern Völkermarkter empört mitansehen, wie Schauspieler mit Affenmasken in Kärntner Anzug und Dirndln vor und auf dem Kriegerdenkmal herumhüpften. Diese Szenen sind Teil eines Filmprojekts, das sich offensichtlich über den 10. Oktober lustig macht und den das Land Kärnten mit 30.000 Euro subventioniert. Das ist eine Verunglimpfung der Kärntner Geschichte. Es macht einen fassungslos, dass so etwas mit Steuergeld unterstützt wird.“

Auch an weiteren Projekten äußert Darmann in der Aussendung Kritik. Er betont: „Die Kärntner Bevölkerung hätte sich mehr verdient als diese Verunglimpfung der Kärntner Geschichte. Seitens der FPÖ haben wir die Durchführung einer würdigen Landesfeier am Neuen Platz gefordert, die unter Einhaltung entsprechender Regeln durchführbar wäre. Ein Video mit wenigen Interviews kann bei Gott keine Landesfeier unter Einbindung aller Talschaften ersetzen.“

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FPÖ-Obmann Gernot Darmann zeigt sich „fassungslos“ aufgrund der mit Steuergeldern finanzierten Projekte.

FPÖ-Obmann Gernot Darmann zeigt sich „fassungslos“ aufgrund der mit Steuergeldern finanzierten Projekte. - © FPÖ

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