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Wirtschaft - Kärnten
Im ersten Halbjahr 2020 hat die Arbeitslosigkeit in allen Kärntner Bezirken zugenommen.
Im ersten Halbjahr 2020 hat die Arbeitslosigkeit in allen Kärntner Bezirken zugenommen. © Bettina Nikolic

AMS Kärnten-Halbjahresbilanz:

Jugend­arbeitslosigkeit in Covid-Krise um fast 50 Prozent gestiegen

Kärnten – Die Covid-Krise hinterlässt deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt, wie aus der akutellen Halbjahresbilanz des AMS Kärnten hervorgeht. In allen Bezirken Kärntens ist die Arbeitslosigkeit im 1. Halbjahr 2020 gestiegen. Die kärntenweite Zunahme bei der Arbeitslosigkeit liegt bei 38,4 Prozent.

 3 Minuten Lesezeit (415 Wörter)

Die unselbständig Beschäftigten haben im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 8.651 Personen (-4,0 Prozent) abgenommen. Kärnten liegt damit über dem Österreichschnitt von -2,5 Prozent. Die kärntenweite Zunahme in der Arbeitslosigkeit liegt bei 38,4 Prozent. Der Corona-Shutdown hatte auch Auswirkungen auf das Schulungsangebot des AMS Kärnten: Im Vergleichszeitraum zu 2019 sind um 381 Personen weniger in Schulung. Die Arbeitslosenquote liegt bei 12,2 Prozent, das sind um 3,1 Prozentpunkte mehr als im Halbjahr 2019. Die Österreichquote liegt bei 10,5 Prozent.

Arbeitslosigkeit in den Bezirken

Die Arbeitslosigkeit hat in allen Bezirken zugenommen. Prozentual waren besonders Hermagor mit 60,9 Prozent und Wolfsberg mit 51,6 Prozent mehr arbeitslosen Personen betroffen. Der höchste Rückgang von Personen in Schulung ist in den Bezirken Klagenfurt und Villach, was darauf rückzuführen ist, dass hier die meisten Bildungsträger ihre Schulungseinrichtungen haben. Vor allem die Branchen Fremdenverkehr, Hilfsberufe, Handel und Büroberufe verzeichnen einen starken Anstieg in der Arbeitslosigkeit.

Erstmalige Steigung seit 2016

Betrachtet man arbeitslose Personen im Halbjahresvergleich der letzten fünf Jahre, so ist die Arbeitslosigkeit seit dem Halbjahr 2016 erstmalig wieder gestiegen, von 26.813 auf 29.844 Personen (+3.031 Personen / +11,3 Prozent).

Arbeitslose Frauen und Männer

Männer sind im ersten Halbjahr 2020 von Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Frauen (Männer: 15.909, Frauen: 13.935). Die Arbeitslosigkeit bei Älteren über 50 Jahren ist bei Frauen und Männern annähernd kongruent. Mit Blick auf die Branchen sind Frauen im Fremdenverkehr, bei Büroberufen und im Handel am stärksten betroffen. Im Gegenzug sind Männer in den Branchen Fremdenverkehr, Metall-/ Elektroberufe, Hilfsberufe und Bau am stärksten betroffen.

Arbeitslose Jugendliche

Prozentual ist die Jugendarbeitslosigkeit am stärksten gestiegen, mit +49,9 Prozent. Insbesondere sind Jugendliche von 20 bis 24 Jahre betroffen (2.535 von gesamt 2.910 Jugendlichen). Auch hier zeigt sich der stärkste Anstieg in den Bereichen Fremdenverkehr und Metall-/ Elektroberufe. Betrachtet man die Jugendarbeitslosigkeit nach Ausbildung ist erkennbar, dass eine starke Betroffenheit bei Personen mit Pflichtschulausbildung besteht.

Lehrstellenmarkt

Im ersten Halbjahr 2020 gibt es 524 Lehrstellensuchende, um 23,1 Prozent mehr als im Halbjahr 2019. Besonders in den Bereichen Handel und Metall-/Elektroberufe gab es einen Zuwachs, einzig der Gesundheitsbereich verzeichnet einen Rückgang bei Lehrstellensuchenden. Klagenfurt verzeichnet die höchste Zunahme an Lehstellensuchenden (+39 Personen) gefolgt von Villach (+30 Personen). Im Halbjahresvergleich der letzten fünf Jahre werden 2020 um 91 mehr Lehrstellensuchende als 2016 verzeichnet. Kärntenweit gibt es 397 offene Lehrstellen, um 16 gemeldete Lehrstellen weniger als im Vorjahreshalbjahr. Einen starken Rückgang bei der Nachfrage von Lehrlingen verzeichnen die Branchen Metall-/ Elektroberufe und Fremdenverkehr. Von diesem Rückgang sind besonders Villach und Feldkirchen betroffen. Eine große Nachfrage an Lehrlingen gibt es im Handel.

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