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Politik - Kärnten
Die FPÖ-Gemeindevorstände dreier Gemeinden – Seppi Krammer (Maria Saal), Markus Di Bernardo (Wernberg) und Bernhard Gräßl (Moosburg) – kritisieren die Vorgangsweise der Landesregierung scharf und kündigen gemeinsame Aktionen an.
Die FPÖ-Gemeindevorstände dreier Gemeinden – Seppi Krammer (Maria Saal), Markus Di Bernardo (Wernberg) und Bernhard Gräßl (Moosburg) – kritisieren die Vorgangsweise der Landesregierung scharf und kündigen gemeinsame Aktionen an. © KK

Mehr Transparenz gefordert

Kritik an geplanter Bahntrasse: Gemeinde­vorstände kündigen Widerstand an

Wernberg/Moosburg/Maria Saal – Für heftige Kritik und Aufregung der Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden hat die Studie für eine neue Eisenbahntrasse gesorgt, die ÖVP-Landesrat Sebastian Schuschnig in der vergangenen Woche präsentiert hat. Geht es nach den Plänen dieser Studie, würde die Güterverkehrstrasse bei Grafenstein von der Koralmbahn in Richtung Norden abbiegen. Im neuen Korridor liegen die Gemeinden Maria Saal, Moosburg und Wernberg.

 4 Minuten Lesezeit (590 Wörter)

Die FPÖ-Gemeindevorstände dreier Gemeinden – Markus Di Bernardo (Wernberg), Bernhard Gräßl (Moosburg) und Seppi Krammer (Maria Saal) – kritisieren die Vorgangsweise der Landesregierung scharf und kündigen gemeinsame Aktionen an.

FPÖ fordert Aufklärung

„Von den Plänen wären unsere Gemeinden massiv betroffen. Es würde gravierende Auswirkungen auf unsere Gemeindebürger geben, vor allem was die Lärmbelästigung und das Verkehrsaufkommen der Züge betrifft. Trotzdem gab es seitens des Landes keine Vorabinformation. Die Gemeindevertreter und die Bürger wurden gleichermaßen überrumpelt und mussten aus den Medien davon erfahren. Wir fordern, dass wir umgehend die gesamte Studie zur Verfügung gestellt bekommen und dass die Bevölkerung eingebunden wird. Ein – im wahrsten Sinne des Wortes – „Drüberfahren“ werden wir uns nicht gefallen lassen“, erklären di Bernardo, Gräßl und Krammer unisono.

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„Ein Projekt, das Milliardenkosten und jahrzehntelange Bauarbeiten verursacht, wird medial angekündigt, ohne dass die betroffenen Gemeinden zuvor eingebunden waren“, kritisiert FPÖ-Gemeindevorstand Markus Di Bernardo (Wernberg).

„Ein Projekt, das Milliardenkosten und jahrzehntelange Bauarbeiten verursacht, wird medial angekündigt, ohne dass die betroffenen Gemeinden zuvor eingebunden waren“, kritisiert FPÖ-Gemeindevorstand Markus Di Bernardo (Wernberg). - © KK

„Wernberg war bisher noch nie im Gespräch“

Wernbergs FPÖ-Chef und Gemeindevorstand Markus di Bernardo ist fassungslos, wie „stümperhaft“ seitens der Landesregierung vorgegangen wird: „Ein Projekt, das Milliardenkosten und jahrzehntelange Bauarbeiten verursacht, wird medial angekündigt, ohne dass die betroffenen Gemeinden zuvor eingebunden waren. Wernberg war bisher noch nie im Gespräch. Nun sollen wir zusätzlich zur Wörthersee-Autobahn A2 und der Kärntner Bundesstraße B83 sowie zur bereits bestehenden Wörthersee-Bahntrasse noch eine Güterbahntrasse dazu bekommen. Über die neue Trasse würde der gesamte Güterverkehr der Koralm führen. Experten rechnen mit 240 bis 280 Zügen am Tag. Jeder kann sich ausdenken, wie groß die zusätzliche Lärmbelastung sein wird. Wir Wernberger dürfen nicht Bürger zweiter Klasse sein!“

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Moosburgs FPÖ-Chef und Gemeindevorstand Bernhard Gräßl fordert, dass die Gemeinden geschlossen gegenüber dem Land und den ÖBB auftreten müssen. - © KK

Kritik an mangelnder Transparenz

Auch Moosburgs FPÖ-Chef und Gemeindevorstand Bernhard Gräßl kritisiert die mangelnde Transparenz und fordert, dass die Gemeinden geschlossen gegenüber dem Land und den ÖBB auftreten müssen: „Unser Gemeindegebiet ist schon jetzt durch die B 95 geteilt. Nun sollen wir noch zusätzlich mit der neuen Bahnstrecke belastet werden. Der Moosburger Bürgermeister Herbert Gaggl, immerhin Landtagsabgeordneter der ÖVP, behauptet, dass er im Vorfeld nicht eingebunden und nicht informiert war. Ich bin schon gespannt, wie er sich weiter verhalten wird, vor allem wenn es zu einer Abstimmung im Landtag kommen wird. Wird er die Bürgerinteressen vertreten oder ist ihm die Parteiräson wichtiger?“

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FPÖ-Chef und Gemeindevorstand Seppi Kammer (Maria Saal) weist auf darauf hin, dass das Projekt ein „dramatischer Einschnitt für das geologisch sensible Gebiet des Zollfelds wäre.“

FPÖ-Chef und Gemeindevorstand Seppi Kammer (Maria Saal) weist auf darauf hin, dass das Projekt ein „dramatischer Einschnitt für das geologisch sensible Gebiet des Zollfelds wäre.“ - © KK

„Historisches Zentrum soll mit Bahntrasse verschandelt werden“

Der Maria Saaler FPÖ-Chef und Gemeindevorstand Seppi Kammer weist auf darauf hin, dass das Projekt ein dramatischer Einschnitt für das geologisch sensible Gebiet des Zollfelds wäre. „Die Eisenbahn soll angeblich als Überflurtrasse auf Stelzen das Zollfeld queren. Das würde ein riesiges Bauvorhaben bedeuten. In unserem Gemeindegebiet gibt es einige Bereiche, die für die Wasserversorgung von Maria Saal und Klagenfurt äußerst wichtig sind. Zudem ist das Zollfeld das historische Zentrum Kärnten, dass nun mit der Bahntrasse verschandelt werden soll. Bis dato war immer nur von einer Variante südlich des Wörthersees die Rede. Nun soll plötzlich alles anders sein“, zeigt sich Krammer verwundert.

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