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Politik - Kärnten
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Kolumne

Punch der Woche: „Hohe Politik … am Stammtisch“

Kärnten – Es stimmt schon, was der alte Otto von Bismarck – etwas abgewandelt – einst in Preußen wusste: „Es ist das Grundbedürfnis der Leute, beim Biere über die Regierung zu schimpfen!“

 3 Minuten Lesezeit (400 Wörter)

Von Walter Grill. Also ist es unsereins durchaus gestattet, 160 Jahre später, über Politik zu diskutieren, Fragen zu stellen, am Stammtisch zu raunkazn und (wilder) Abgeordneter zu spielen. Wie jetzt nach der Wien-Wahl, die a bissale auch uns betrifft, ist doch Wien immerhin die „zweitgrößte“ Kärntner Stadt …

Die „Nichtwähler“-Fraktion

Und so wundert`s doch, dass nur 65,3 Prozent der Wiener zur Urne geschritten sind – rund 400.000 Leute (!) verzichteten auf das Wahlrecht, neben der freien Meinungsäußerung das höchste demokratische Gut unserer Gesellschaft. Die Nichtwähler als „stimmenstärkste“ Fraktion … was würden die Menschen in Nordkoran, Saudi-Arabien, im Iran etc. alles geben, um einmal frei entscheiden zu können?

Schwer zu verstehen, dass z.B. die SPÖ gegenüber 2015 enorme 27.806 Stimmen verliert, aber gleichzeitig zwei Mandate dazugewinnt? Wäre es nicht gerechter, die Zahl der zu vergebenden Gemeinderatssitze mit der Wahlbeteiligung zu koppeln? – in Wien würde es nun statt ursprünglich 100 nur noch 65 geben. Viel, sehr viel Steuergeld könnte man sich ersparen, gleichzeitig würde die Bürgernähe der Politiker steigen, weil jeder um seinen Platz am Futtertrog kämpfen und so die Bevölkerung zum Votum animieren müsste.

„Die Macht geht vom Biere aus“

Hat das noch etwas mit Demokratie, der Wichtigkeit der Existenz und Vielfalt von politischen Parteien zu tun, wenn eine „Bierpartei“ das Aufstellen eines öffentlichen Bierbrunnen als Leuchtturmprojekt preist, das „Make Wien dicht again“ zur Maxime erhebt und „Die Macht geht vom Biere aus“ predigt? 13.095 Stimmen für diese Spaßvögel, aber das Personal für die (wohl lustigen) elf Bezirksräte fehlt …

Nur 3,27 Prozent für den HC, aber dennoch 350.000 Euro Parteienförderung, die er in sein wohl egomanisches online-Magazin investieren will …

Die nächsten Wahlen finden in unserem Bundesland Ende Februar 2021 statt. Viel Zeit für uns, beim Frühschoppen-Konvent weiter Politik zu zelebrieren, um zumindest die Lufthoheit seiner Partei zurückzuerobern. Und damit auch viel Möglichkeiten für „5 Minuten“, darüber zu punchen …

Der Kolumnist:

Der Kärntner Walter Grill war über 40 Jahre als Sportredakteur und Sport-Ressortleiter der Kärntner Tageszeitung / KTZ aktiv. Kein Blatt vor den Mund nahm sich Grill im Zuge seines Kommentares „Punch am Sonntag“, in welchem er diverse Themen vor allem im Sportbereich behandelte. Er engagierte sich auch als Fußballtrainer für die Jugend, Eishockeyschiedsrichter und Pressechef bei verschiedenen großen Sportveranstaltungen in Kärnten.

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