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Leute - Kärnten
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DAS ist Kärnten

Martin Hoi ganz privat: „Ich wurde ange­schossen und in Brand gesteckt“

Kärnten – In unserer neuen Kolumne „DAS ist Kärnten“ wollen wir euch ab sofort jeden Sonntag spannende Kärntner Persönlichkeiten von einer ganz neuen Seite präsentieren. Den Start macht Martin Hoi, der stärkste Mann Kärntens.

 7 Minuten Lesezeit (899 Wörter) | Änderung am 06.01.2021 - 21.56 Uhr

Von Lukas Moser.  Leicht hatte es Hoi nie – schon früh musste er sprichwörtlich ums (finanzielle) „Überleben“ kämpfen. So arbeitete er während seiner Schulzeit bereits ab dem 14. Lebensjahr als Tellerwäscher. Was darunter litt, war insbesondere die soziale Ebene: Einladungen auf Partys musste er meist ausschlagen, als Jugendlicher wie auch als Spitzensportler: „Mein Weg war einsam und von wenigen Gefährten begleitet.“

Narben als Erinnerungen

Besonders in Erinnerung ist ihm jedoch seine Zeit als Türsteher. „Ich wurde zusammengeschlagen, mit Hieb- und Stichwaffen attackiert, man wollte mich mit dem Auto überfahren, einmal wurde auch auf mich geschossen und man hat mich sogar angezündet.“ Außerdem gab es unzähligen Morddrohungen und einem Kopfgeld von 5.000 Schilling, das auf seine Person ausgesetzt wurde. Die Clubgäste waren verärgert, weil er für Ordnung sorgen wollte. Sein Fazit: „Die Narben erinnern mich immer wieder an diese Zeit, aber auch solche Erfahrungen formen eine Persönlichkeit.“

Inspiration durch TV-Herkules

Ein Ausgleich war für ihn aber schon immer der Sport: Im Alter von 6 Jahren begann er mit Fußball, hantelte sich während seiner Kindheit und Jugend durch die verschiedensten Sportarten und blieb schließlich mit 17 beim Kraftsport hängen. „Mit 8 Jahren sah ich im ORF „Herkules“, der einen Baumstumpf aus dem Boden riss und auch zwei Elefanten zurückgehalten hat. Das sind Dinge, die mich als Kind unbewusst beeindruckt haben müssen.“

Stärker als das Fernsehen erlaubt

Lachen muss er, wenn er an einen eigenen „misslungenen“ TV-Auftritt denkt, denn Hoi ist sogar stärker als das Fernsehen erlaubt. So wurde er von einem deutschen TV-Sender eingeladen, um gegen einen Eisenbieger anzutreten, der mit seiner mentalen Kraft Eisenstangen biegen wollte. Als er dann aber „zu stark“ war und ihn besiegte, wurde er von einem anderen Athleten ersetzt.

„Ich weiß schon im Vorhinein, dass ich es geschafft habe“

Lange blieben die Aktivitäten Hois mehr oder minder unbeachtet, bis schließlich ein Weltrekordversuch mit einem Bungee-Jumper den medialen und internationalen Durchbruch bringen sollte. Sein Geheimnis: Er bereitet sich zehn Wochen auf seine Weltrekordversuche vor: „In dieser Zeit funktioniere ich dann wie ein Computer“. Mental habe er aber im Vorhinein schon abgeschlossen: „Ich weiß drei bis sieben Tage im Vorhinein, dass ich es geschafft habe“. Das scheint umso bemerkenswerter, als Hoi seine Weltrekordversuche im Vorhinein meist nicht einmal ausprobieren kann.

Selfie für die Fans, Eis für die Kinder

Der stärkste Mann Kärntens ist mit seinen Weltrekordversuchen jedoch auch ein wahres Aushängeschild unseres Bundeslandes. Entsprechende Anerkennung bekommt er dafür zwar nur selten, doch er nimmt es nicht persönlich: „Der Extremkraftsport steht halt generell nicht im Rampenlicht.“ Ob es ihn stört, wenn er auf der Straße erkannt wird? „Mich stört das überhaupt nicht. Manchmal wollten Leute ein Selfie mit mir machen und meine Kinder haben dafür dann von den ´Fans´ ein Eis geschenkt bekommen“.

„Persönlicher Kampf mit mir selbst“

Warum er nach 26 Jahren im Leistungssport noch immer neue Weltrekorde aufstellen will? „Die Ideen gehen mir halt nie aus und ich will sehen, was ein Mensch körperlich schaffen kann. Nach jedem Weltrekordversuch bin ich so am Ende, dass ich mich stützen lassen muss. Aber das ist gut so. Würde das nicht so sein, hätte ich nicht das Letzte aus mir herausgeholt. Das ist der persönliche Kampf mit mir selbst.“

2021 bekommt Kärnten einen James Bond

Hoi verrät auch exklusiv erste Details für 2021: „Es ist geplant, so viel Gewicht in Bewegung zu setzen, wie das noch nie jemand vor mir geschafft hat. Es wird auch etwas mit einem Flugzeug, einem Hubschrauber, mit Autos und Motorrädern geben – da könnt’s gespannt sein, das wird eine Action Story à la James Bond.“ Aber auch abseits der Weltrekordversuche hat der Muskelmann sportlich viel vor: „Sollte sich ein Sponsor finden, würde ich sofort mit dem Lauftraining beginnen und den New York City Marathon in Angriff nehmen. Mit meinem Gewicht hat das noch niemand geschafft.“

Muskelmann am Weg zum Profiboxer

Am Ende lässt Hoi noch eine Bombe platzen: „Ich habe mich für eine Lizenz im Amateurboxen beworben, aber ich war zu alt. Kein Problem, jetzt verhandle ich gerade über die Profilizenz.“ Dazu hat er auch gleich eine Anekdote auf Lager: Vor vielen Jahren schon hat er einen ungarischen Boxprofi eingeschüchtert, indem beim Aufwärmen vor einem Kampf mit schweren Eisenketten Seil sprang. DAs war natürlich nur ein Bluff, der aber Wirkung zeigte. Plötzlich gab es „Probleme“ mit der Lizenz des Ungarn und der Kampf fand nie statt.

„Nur ein Komet kann mich stoppen“

Angesichts dieser großen sportlichen Pläne stellt sich die Frage nach dem Ende seiner Karriere noch gar nicht: „Angeblich soll 2068 ein Komet die Erde treffen. Zumindest bis zu diesem Zeitpunkt habe ich eigentlich noch vor weiterzumachen.“ Ob er nicht auch einmal überlegt hat, für die ganz große Karriere den Sprung nach Amerika zu wagen? Der Muskelmann mit Herz muss nicht nachdenken: „Dafür hätte ich möglicherweise die Beziehung zu meiner Frau aufs Spiel gesetzt, hätte meine Kinder heute nicht. Ich habe alles richtig gemacht“.

Fortsetzung folgt!

Lest am nächsten Sonntag von einer bemerkenswerten Kärntnerin, die mit einer tödlichen und unheilbaren Krankheit lebt, sich jedoch nicht unterkriegen lässt und große Pläne für die Zukunft schmiedet.

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