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© Montage LPD Stmk/pixabay.com

Neue Ermittlungen:

Mutter und Freundin halfen: Kärntner (24) zog Drogen­geschäft im Gefängnis auf

Kärnten/Graz – Ein 24-jähriger Kärntner Häftling der Justizanstalt Graz-Karlau steht im Verdacht, mit künstlichen Cannabinoiden gedealt zu haben. Damit präparierte Stoffstücke sollen ihm seine Mutter und Freundin mittels Post ins Gefängnis geschickt haben. Bereits seit Herbst 2020 liefen aufwendige Ermittlungen.

 3 Minuten Lesezeit (441 Wörter) | Änderung am 25.01.2021 - 13.02 Uhr

Bereits seit Herbst 2020 liefen die Ermittlungen von Suchtgiftermittlern des Grazer Kriminalreferats. Beamte der Justizanstalt Graz-Karlau waren im Vorfeld bei der Überwachung von Telefon- und Besuchsgesprächen der Häftlinge auf Zahlencodes aufmerksam geworden und informierten umgehend die Polizei. Intensive gemeinsame Ermittlungen bestätigten den Verdacht, dass ein bereits wegen Suchmitteldelikten in Haft befindlicher Kärntner (24) seit zumindest Dezember 2019 als Drahtzieher eines regen Handels mit psychoaktiven Substanzen in Erscheinung trat.

Künstliche Cannabinoide im Darknet beschafft

Der 24-Jährige soll, wie die steiermärkische Landespolizeidirektion informiert, seine nicht in Haft befindliche Freundin (21) aus Kärnten über ein illegal besessenes Telefon angewiesen haben, künstliche Cannabinoide via Bitcoins im Darknet zu beschaffen. Damit präparierte Stoffstücke sowie Briefpapier übermittelten die Freundin und auch die Mutter (47) des Häftlings in der Folge mittels Postsendungen in die Justizanstalt. Um die Zusammenhänge zu verschleiern, fälschten die beiden Frauen Absendernamen und Adressen. Mithäftlinge fungierten als Empfänger, Verteiler und Geldeintreiber. Die aus dem Handel lukrierten Einnahmen in Form von Paysafe-Codes transferierte der 24-jährige Haupttatverdächtige in der Folge bei Gesprächen an die beiden Frauen. Diese buchten eingelöste Vermögenswerte letztlich auf das „Häftlingskonto“ des 24-Jährigen zurück, wodurch sich dieser Markenkleidung, illegale Telefone oder Suchtmittel finanzierte.

Freundin geständig, Mutter nicht

Bereits am 23. November 2020 nahmen Ermittler die 21-jährige Freundin des Häftlings über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz fest. Bei Hausdurchsuchungen an ihrem Wohnort in Kärnten stellten die Beamten Cannabinoide sicher. Dabei handelt es sich um farb- und geruchsneutrale synthetische Stoffe, welche mitunter lebensgefährlich sein können. Sie konnten mit Hilfe eines Sachverständigen für pharmazeutische Chemie analysiert werden. Die junge Kärntnerin zeigte sich geständig und konnte bereits wieder aus der Haft entlassen werden. Bei der 47-jährigen Mutter des Häftlings stellten Ermittler Hinweise zu den Transaktionen sicher. Sie stritt bisher ab, etwas von dem Handel ihres Sohnes gewusst zu haben. Durch intensive Zusammenarbeit forschten die Beamten der beiden Ressorts in Summe 13 tatverdächtige Häftlinge aus. Die Männer im Alter von 23 bis 41 Jahren stammen aus zehn verschiedenen Nationen. Die Insassen wurden getrennt bzw. in andere Haftanstalten verlegt.

Regelmäßige Haftraumkontrollen

Mobiltelefone in Justizanstalten können durchaus als internationales „Phänomen“ beschrieben werden. Aus diesem Grunde führen Justizanstalten regelmäßig Haftraumkontrollen nach unerlaubten Gegenständen durch. Auch im Rahmen dieser Ermittlungen führten Beamte der Justizanstalt Graz-Karlau entsprechende Kontrollen durch und stellten illegale Mobiltelefone, SIM-Karten und für den Verkauf vorbereitete Stoff- und Papierstücke sicher. Auch eine 34-jährige Kärntnerin geriet ins Visier der Ermittlungen und wurde angezeigt. Sie übermittelte ihrem in Haft befindlichen Mann bereits 2019 derartige Suchtmittel.

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