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Wirtschaft - Kärnten
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Krisenmanagement des Landes unter Kritik

Kärntner Gastro­nomie ärgert sich über „laxe Pandemie­bekämpfung“

Kärnten – Antworten hatte sich die Kärntner Tourismuswirtschaft von der gestrigen Pressekonferenz der Bundesregierung erwartet. Erhalten hat man aber noch mehr Fragen. „Noch immer ist völlig unklar, wann unsere Betriebe öffnen dürfen. Wir wissen genauso viel wie zuvor“, sagt Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie. 

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Den Vorschlag, vorerst nur Schanigärten öffnen zu wollen, bezeichnet er als absurd und nicht praktikabel. Nur wenige Stunden lang könne man im Freien Umsätze erzielen, dazu kommen Witterungsabhängigkeit und die damit verbundene Unsicherheit für die Beschäftigung von Mitarbeitern. „Was mich besonders ärgert: Wir haben der Politik in den vergangenen Monaten zahlreiche Varianten – samt konkreten Sicherheitsmaßnahmen und Präventionskonzepten – für eine sichere Öffnung vorgeschlagen. Aber die Interessen der Wirtschaft werden ignoriert!“, so Sternad.

Klarer Zeitplan gefordert

Wieder keinen Planungshorizont gibt es auch für die heimische Hotellerie: Im Bereich der Beherbergung blieb es gänzlich bei vagen Andeutungen. „Damit können wir nicht arbeiten“, betont Sigismund E. Moerisch, Obmann der WK-Fachgruppe Hotellerie. Moerisch fordert einen klaren Zeitplan von der Politik ein: „Wir brauchen endlich klare Ansagen. Jeden Tag erreichen uns Anfragen von Gästen und Mitarbeitern – und wir können keine Antwort geben. Diese Situation ist nicht länger tragbar.“

Krisenmanagement des Landes unter Kritik

Ein kleiner Hoffnungsschimmer sei die Tatsache, dass regionale Entwicklungen nun stärker berücksichtigt werden. Aber derzeit bringe das Kärnten nichts, bedauert Sternad: „In den vergangenen Monaten ist in unserem Bundesland entsetzlich viel schiefgelaufen. Noch im Sommer waren wir Musterschüler, heute sind wir Schlusslicht.Schuld daran sei vor allem eine zu lockere Einstellung der Landespolitik, die zu vielen Versäumnissen geführt hat. Die Einhaltung von Verordnungen wurde kaum kontrolliert und Verstöße von den zuständigen Behörden bagatellisiert. „Unterm Strich muss man sagen: Das Krisenmanagement der Kärntner Landesregierung ist ein Fiasko. Wir hätten die besten Voraussetzungen gehabt, um als Vorzeigeregion voranzugehen. Davon sind wir aber meilenweit entfernt“, bringt es der WK-Wirtesprecher auf den Punkt. Stattdessen zeige Vorarlberg vor, was mit konsequenter Arbeit möglich ist.

„Land muss alle Enegien bündeln“

Nun könne es nur ein Ziel geben: Das Land müsse alle Energien bündeln, um die 7-Tages-Inzidienz bis Ende März deutlich zu senken.  „Es gibt jetzt keine Ausreden mehr. Wenn es uns nicht innerhalb kürzester Zeit gelingt, das Land auf die richtige Spur zu bringen, sehe ich für den heurigen Sommer schwarz. Und das hätte massive Auswirkungen – auch auf andere Branchen“, warnen Sternad und Moerisch. Zusätzlich müsse nun auf Bundesebene ein neues Hilfsprogramm für die Tourismuswirtschaft geschnürt werden. Ein Umsatzersatz von zumindest 50 Prozent wird von der Branche gefordert. „Es geht jetzt um das nackte Überleben für viele Betriebe. Wenn sie nicht sofort Geld bekommen, um ihre Fixkosten zu bezahlen, werden sie gar nicht mehr öffnen können“, sagt Stefan Sternad.

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