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Wirtschaft - Klagenfurt
© Pixabay/annawaldl

Gemeinsame Offensive:

„Bau packt an“: Arbeitslose sollen zu Fachkräften augebildet werden

Kärnten – Obwohl immer mehr Menschen Arbeit suchen, finden immer weniger Betriebe qualifizierte Fachkräfte. Ein neues Projekt von AMS, Wirtschaftskammer, Land Kärnten und GBH soll in der Baubranche nun Abhilfe schaffen.

 4 Minuten Lesezeit (487 Wörter)

Auch die Wirtschaft leidet unter dem Coronavirus: Während die Arbeitslosigkeit steigt, suchen die Betriebe vermehrt nach Fachkräften. Doch obwohl immer mehr Menschen beim AMS gemeldet sind, sorgen sich ganze Branchen um die wirtschaftliche Zukunft, weil sie kein geeignetes Personal finden. Auf einem innovativen Modell liegen nun die Hoffnungen aller Beteiligten: Mit einer groß angelegten Aus- und Weiterbildungsoffensive sollen Menschen, die ihren Job verloren haben, aufgefangen und für stark nachgefragte Aufgaben in der Baubranche vorbereitet werden. Hinter dieser gemeinsamen Offensive steht eine Kooperation von Landesinnung Bau, Arbeitsmarktservice Kärnten, der Gewerkschaft Bau-Holz, dem Land Kärnten und den Kärntner Bauunternehmen.

In Module unterteilt

Das Aus- und Weiterbildungsprogramm „Bau packt an“ startet am 19. April und besteht aus insgesamt vier Modulen. In Modul 1 wird die Möglichkeit geboten, sich genauer über die Baubranche zu informieren, sich in dieser zu orientieren, Interessen aufzuzeigen oder zu wecken. Modul 2 dauert insgesamt vier Wochen und widmet sich der Wissensvermittlung – theoretisch wie praktisch – in der BAUAkademie. Dabei entfallen jeweils zwei Wochen auf die theoretische und die praktische Ausbildung. In diesen beiden Modulen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit einem Motivationstrainer bzw. einer Motivationstrainerin auszutauschen – in Anwesenheit der ganzen Gruppe, in kleineren Gruppen- oder in Einzeltrainings.

Neben dem Motivationstrainer begleitet auch ein externer Coach das Projekt, der als Ansprechpartner bzw. Ansprechpartnerin die Kursteilnehmenden in allen Belangen unterstützen und helfen soll, etwaigen Problemen zeitnah und unkompliziert entgegenzuwirken. Danach wird in der Praxis mitangepackt, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt am Ort des Geschehens – im Betrieb und auf der Baustelle – Erfahrung sammeln, bis die neuen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gegen Ende des Jahres das Modul 3 absolvieren, das die Möglichkeit einer Aufschulung in eine höhere KV-Gruppe bieten soll. Auch diese Phasen der praktischen Arbeit sowie des weiteren Inputs durch die Schulung in der BAUAkademie werden von externen Coaches betreut.

Nach weiteren eineinhalb spannenden Jahren Berufspraxis besteht in Modul 4 die Perspektive auf eine außerordentliche Zulassung zur Lehrabschlussprüfung und den Gesellenbrief in der Bauwirtschaft. Während dieser mehrjährigen Neuorientierung erhalten die Teilnehmer eine KV-gerechte Entlohnung, die eingebundenen Betriebe einen Ausbildungsbonus.

Vereinte Kraft

Überzeugt von dem Kooperationsmodell ist Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig: „Projekte wie ‚Bau packt an‘ sorgen für die notwendige Fachkräftequalifizierung und helfen dabei, den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes, aber vor allem jenen der in Kärnten lebenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerecht zu werden. ‚Bau packt an‘ ermöglicht sinnstiftende Arbeit entsprechend unserer Arbeitsmarktstrategie 2021+ für Kärnten und den Zielen des Territorialen Beschäftigungspaktes, den wir mit 70 Millionen Euro höher dotiert haben als jemals zuvor.“

Einen „Pilotversuch mit Vorbildwirkung“ nennt Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl die breite Zusammenarbeit: „Ich halte das für eine große Chance – einerseits für Menschen, die sich aufgrund der Wirtschaftskrise neu orientieren wollen, andererseits für die Bauwirtschaft, die händeringend gut ausgebildete Mitarbeiter sucht. Wenn es funktioniert, kann dieses Modell auch Vorbild für andere Branchen werden.“

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