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Politik - Klagenfurt
Der neue ÖVP-Stadtrat Max Habenicht und Klubobfrau Julia Löschnig haben große Ziele für die Landeshauptstadt.
Der neue ÖVP-Stadtrat Max Habenicht und Klubobfrau Julia Löschnig haben große Ziele für die Landeshauptstadt. © Daniel Waschnig

Habenicht und Löschnig präsentierten Ziele:

ÖVP will Klagenfurt „Zukunft geben“

Klagenfurt – Der neue ÖVP-Stadtrat Max Habenicht und Klubobfrau Julia Löschnig haben am heutigen Mittwoch ihre Ziele für die Landeshauptstadt vorgestellt. Mit den Aufgabenbereichen Wirtschaft, Tourismus, Urbanität und frischem Denken wollen sie "Klagenfurt auch im Lebensgefühl zur Großstadt machen."

 5 Minuten Lesezeit (704 Wörter)

Trotz der mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner verlaufe die Entwicklung der Landeshaupt- zur Großstadt oft schleppend, heißt es in einer Aussendung zur heutigen Pressekonferenz. Wie Max Habenicht betonte, gehe es dabei nicht nur um die Stadt selber: „Klagenfurt ist die sechstgrößte Stadt Österreichs – wie wir diese Aufgabe bewältigen, ist daher nicht nur wichtig für die Bürgerinnen und Bürger, sondern hat aufgrund der Bedeutung der Landeshauptstadt für den Kärntner Zentralraum auch Auswirkungen auf das gesamte Bundesland.“

„Wollen an Pionierleistungen anknüpfen“

Klagenfurt sei eine Ausnahmeerscheinung mit vielen besonderen Merkmalen vom Lendkanal bis zum mediterranen Flair, aber auch mit einer sehr innovativen Vergangenheit: Immerhin sei hier das erste Fernheizkraftwerk Österreichs (1947), das erste Wohnhochhaus Österreichs (1955) und die erste Fußgängerzone Österreichs (1961) entstanden. „An diese Pionierleistungen wollen wir wieder anknüpfen. Meine Aufgaben werden dabei in den Bereichen Lebensraum, Wirtschaftsraum und Smart City liegen, was mich besonders freut, weil das jene Themen sind, mit denen ich mich seit langem und mit Leidenschaft befasse“, erklärte Habenicht.

Die Ziele für die nächsten 100 Tage

Konkret stellte Habenicht heute seine Arbeitsschwerpunkte für die nächsten 100 Tage vor. An erster Stelle steht die Entwicklung eines langfristigen und bereichsübergreifenden Gesamtkonzepts für die Klagenfurter Innenstadt. Habenicht kündigte einen „transparenten Prozess“ an, in den sowohl die Bürgerinnen und Bürger als auch externe Experten eingebunden würden. Auf diesem Weg werde ein gemeinsames Bild entstehen, wohin sich das Zentrum der Landeshauptstadt in den kommenden zehn Jahren entwickeln solle. Das betreffe die offene Frage der Bahnhofstraße ebenso wie das Leerstandsmanagement, die Stadtteilsentwicklung und grundlegende Fragen wie die urbane Mobilität. Habenicht: „Als passionierter Radfahrer werde ich hier Lösungen vorantreiben.“

Klagenfurt als „unternehmenfreundlichste Stadt Österreichs“

Der neue Wirtschafts- und Tourismusstadtrat kündigte weiters an, Klagenfurt zur unternehmensfreundlichsten Stadt Österreichs machen zu wollen mit besserem Service und einer gezielten Betriebsansiedlungsoffensive, um den Wirtschaftsstandort Klagenfurt noch klarer als bisher als wichtige Drehscheibe im Alpen-Adria-Raum zu verankern.

Dabei geht es Habenicht auch immer um die urbane Lebensqualität: „Wir werden umgehend erste Schritte setzen, um Klagenfurt auch zur lebenswertesten Stadt Österreichs zu machen. Das gilt nicht nur in neuen Stadtteilen, sondern auch in traditionellen Lagen wie etwa rund um den Kardinalsplatz, wo ein Kreativviertel der Landeshauptstadt entstehen soll, mit Möglichkeiten für junges Wohnen, für Start-ups oder auch Coworking Spaces. Grundsätzlich halte ich wenig davon, hier einen Gehsteig neu zu machen und dort einen Radweg – ich finde, dass Stadtteile und Plätze schrittweise mit einem Gesamtkonzept entwickeln werden sollten.“

„Werden einen grundlegenden Wandel erleben“

Eines ist für den Unternehmer Habenicht aber klar: „Der stationäre Handel wird weiter zurückgehen, die Fertigstellung der Koralmbahn und damit die Aufwertung des Bahnhofsviertels wird die Stadtstruktur verändern. Wir werden einen grundlegenden Wandel erleben, den wir durch neues Denken – zum Beispiel Familienwohnungen in der Innenstadt – gestalten müssen.“ Eine Position, der sich auch Klubobfrau Julia Löschnig anschließt: „Die Krise hat aufgezeigt, wie sich unsere Arbeitswelt und damit auch das private Leben verändert. Klagenfurt muss als Bildungs-, Lebens- und Arbeitsstandort attraktiver für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch für Unternehmerinnen und Unternehmer werden. Wir müssen den Braindrain stoppen und jungen Menschen Anreize bieten, in Klagenfurt zu bleiben und hier zu leben.“

Stadtviertel sollen gezielt entwickelt werden

Dazu zählt für Löschnig die Belebung der Parkanlagen durch Open-Air-Corworking Spaces nach dem Vorbild des Businessbeach, aber auch die gezielte Entwicklung von Stadtvierteln wie dem Kardinalviertel, dem Lendviertel und der Achse von der Innenstadt zum Wörthersee. „Der Lendkanal ist eine im Alpenraum einzigartige Verbindung von der Innenstadt zum See und ein Ort zum Sporteln und zum Verweilen. Wir werden diese Achse aus dem Dornröschenschlaf holen und das Lendviertel und den Lendkanal neu positionieren als Ort der Begegnung in Zusammenarbeit mit der Gastronomie, für Kultur- und Literaturveranstaltungen, aber auch als Sportzone mit einer gepflegten Schwimmstrecke für Schwimmer und Triathleten in Kooperation mit Klagenfurter Vereinen.“

Löschnig und Habenicht hoffen bei der Umsetzung ihrer Ziele auf eine gute Kooperation mit den anderen politisch Mitwirkenden. Habenichts Satz ist Angebot und Mahnung zugleich: „Wenn es nicht Hand in Hand geht, ist es von vornherein zum Scheitern verurteilt.“

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