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Interview
© KK/5min.at

Bewegung 2020 in Kärnten

Demo-Organisator: „Beim Thema Corona gibt es nicht nur zwei Lager“

Villach/ Klagenfurt – Michael Amplatz ist Unternehmer, Familienvater und auch noch als Corona-Aktivist tätig. Wir fragten ihn, warum er das macht. Seine Antwort: „Es geht mir um Gerechtigkeit, Demokratie und um unser aller Zukunft.“

 5 Minuten Lesezeit (676 Wörter)

Wir interviewten den Villacher Corona-Aktivisten Michael Amplatz (44) . Der selbstständige Bilanzbuchhalter ist „Bewegung 2020“-Mitbegründer und organisiert  mit seinem Team die wöchentlichen Lichtermärsche gegen die Coronamaßnahmen in Klagenfurt. Er sprach mit uns über seine Beweggründe und warum es beim Thema Corona nicht nur zwei Lager geben kann..

5 Minuten: Was ist die Bewegung 2020 und was ist euer Ziel?

Michael Amplatz: Die österreichweite Bewegung 2020 steht für Freiheit und Selbstbestimmung. Der Kern in Kärnten besteht aus 100 bis 200 Personen. Sie ist aus einer coronamaßnahmen-kritischen Gruppe auf Facebook entstanden. Unser Ziel ist, dass diskutiert wird und man auch seine Meinung sagen darf und deswegen organisieren wir unter anderem die Demos in Klagenfurt. Ein weiterer Schwerpunkt sind derzeit Lerngruppen für Kinder, die in freiem Lernen, als Alternative zur herkömmlichen Schule, münden sollen.

Es scheint, dass bei den Demonstrationen in Klagenfurt weniger los ist, als früher. Ist das Interesse gesunken?

Viele möchten keine Masken tragen. Letztes Jahr wurden Teilnehmer deswegen jedoch abgestraft. Seitdem kommen weniger Menschen zu den Lichtermärschen. Davor waren es bis zu 350 Teilnehmer, bei hoher Zuwachsrate. Wir haben aber, das möchte ich betonen, ein sehr gutes Verhältnis zur Polizei, die nur ihre Arbeit macht. Die Demos in Klagenfurt verlaufen, sieht man sich andere Städte an, sehr friedlich und gemäßigt.

Die Pandemie spaltet die Gesellschaft. Woher kommt der Hass, der sich vor allem in Sozialen Medien widerspiegelt?

Viele glauben, dass es zwei Lager gibt. Ähnlich wie bei einem Fußballspiel und man sich zu einer Seite bekennen und diese lautstark bis aggressiv vertreten muss. Das ist traurig und nicht objektiv, denn es gibt nicht nur zwei Seiten. Ich selbst ordne mich eigentlich ´mittig´ ein. Ich möchte allen zuhören und mir dann selbst eine Meinung bilden – eine lösungsorientierte. Zuhören, diskutieren, andere Argumente zumindest anhören und mit mehr Wissen aus einem Gespräch gehen – das ist das Ziel. Ich persönlich lasse mich niemals in ein Lager ziehen. Auch innerhalb unserer Bewegung gibt es unterschiedlichste Auffassungen. Wer glaubt, dass es hier nur zwei Seiten gibt, der irrt sich, es gibt so viel dazwischen.

Auch der Zorn auf Medien ist groß – woran liegt das?

Das zentrale Thema sind die staatlichen Zuschüsse, die Medien bekommen. Es braucht unabhängige und objektive Medien, die kritischer berichten und mehr Seiten zu Wort kommen lassen. Wie soll das gehen mit hohen Zuschüssen an Medien? Was in den letzten Monaten passiert ist, erinnert ja schon fast an Propaganda.

Aber nicht alle Medien, wie zum Beispiel reine Digital-Medien, bekommen Medienförderungen…

… das stimmt. Es wäre wünschenswert, dass es mehr Medien gibt, die ohne solche Förderungen existieren können. Oder zumindest trotzdem kritisch bleiben. Darüber hinaus wünsche ich mir eine Art von der Regierung unabhängige Instanz, die Presseförderungen fair verteilt und dies kontrolliert.

Warum engagierst du dich so sehr für diese Themen?

Ich bin sehr gerechtigkeitsliebend. Menschen, die aus Sicht der Gesellschaft nicht angepasst sind, bekommen aggressives Verhalten zu spüren. Besonders schrecklich empfinde ich das Denunziantentum, das in den letzten Monaten zu Tage getreten ist.  Schlimm finde ich auch, wenn maskenbefreite Menschen aus Lebensmitteldiskontern rausgeschmissen werden oder wenn Unternehmer vor den Trümmern ihrer Existenz stehen.

Wie geht es den Unternehmern?

Das Warten ist unerträglich. Dazu kommen Zukunftsängste. Klienten aus Hotellerie und Gastronomie fragen sich: Was, wenn ich aufsperren darf, Mitarbeiter einstelle und dann wird wieder zugemacht? Auch die Abrechnung von Zuschüssen sind ein enormer Aufwand. Es ist auch nicht immer gerecht. Manche leben davon gut – mache fallen durch den Rost. Mit Insolvenzen und Folgeinsolvenzen müssen wir in einiger Zeit rechnen. Für die Unternehmer ist es ein verzweifeltes Warten auf jeden Strohhalm.. 

Zum Abschluss: Gibt es den Coronavirus?

Natürlich gibt es Viren. Menschen haben diese Art  jetzt als „Coronavirus“ benannt. Ich sehe jedoch auch, dass die Maßnahmen gegen Covid-19 die Grundrechte der Menschen massiv einschränken. Ich glaube, nichts darf über einem Rechtsstaat stehen. Dafür werde ich mich weiter einsetzen.

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