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Leben - Klagenfurt
: Großer Hype um kleine Karten: Die Pokèmon-Sammelkarten werden teils zu hohen Preisen verkauft.
: Großer Hype um kleine Karten: Die Pokèmon-Sammelkarten werden teils zu hohen Preisen verkauft. © Jeremias

Hype um Sammelkarten

Pokémon: Ein Glurak als Wertanlage?

Klagenfurt – Seit die Fantasiewesen der Pokémon-Welt Mitte der 1990er-Jahre erstmals in einem Videospiel aufgetaucht sind, hat sich ihre Erfolgsstory immer weiterentwickelt. Aktuell erleben die Pokémon-Sammelkarten gerade einen Hype, bei dem es mitunter um viel Geld geht.

 5 Minuten Lesezeit (676 Wörter)

Von Christine Jeremias. Begonnen hat alles 1996 mit einem Videospiel, bei dem die Spieler die kleinen Monster fangen, sammeln und trainieren mussten. Bald schon folgten eine Fernsehserie, ein Sammelkartenspiel, zahlreiche Fanartikel und mittlerweile 21 Kinofilme. Derzeit sind vor allem die Sammelkarten heiß begehrt und werden teilweise um zigtausende Dollar pro Stück verkauft. So erstand der Rapper Logic kürzlich eine Glurak-Karte für rund 180.000 Dollar. Doch wer glaubt, mit Pokémon das schnelle Geld machen zu können, sollte einiges beachten.

Pokémon – kein Kinderspiel?

Ein begeisterter Sammler, der den Hype aber trotzdem realistisch sieht, ist der Klagenfurter Markus. Wie viele andere Fans hat er bereits die erste Erfolgswelle vor 25 Jahren miterlebt und hat sich im letzten halben Jahr wieder von der Begeisterung für die Sammelkarten anstecken lassen. „Es war ja einige Zeit doch etwas ruhiger um die Pokémons, aber durch Youtuber und andere Influencer war plötzlich wieder ein großes Interesse da. Da ich schon immer gern gespielt habe – früher etwa Yugioh – habe ich angefangen, mich näher mit den Sammelkarten zu beschäftigen und es hat auch mich gepackt“, so der 33jährige. Eigentlich sind die Karten ja auch tatsächlich als Spiel konzipiert, derzeit werden sie aber eher als Investment gesehen. „Mit Karten, die pro Stück um die 300 Euro oder mehr wert sind, spielt man einfach nicht, da wäre der Wertverlust enorm“, so Markus, der den Hype aber durchaus auch kritisch sieht.

Youtuber vermitteln unrealistisches Bild

Angeheizt wird der Trend durch Videos, in denen Youtuber die sogenannten Boosterpacks – also Packungen mit je zehn Karten – öffnen und den Zusehern den Wert der auspackten Karten erklären. Doch gerade hier ist Vorsicht geboten. „Influencer spielen mit falschen Preisen und lassen Details einfach weg. Eine perfekte Karte kann natürlich 9.000 Euro wert sein, eine solche zu kriegen, ist aber eher unwahrscheinlich, denn da spielen viele Faktoren eine Rolle. Gerade Jugendliche lassen sich da leicht beeinflussen und wittern den großen Reichtum, übersehen aber, dass man einiges investieren muss, bevor einmal eine wertvolle Karte dabei ist“, gibt Markus zu bedenken, der in der offenen Jugendarbeit tätig ist und daher viel mit Jugendlichen zu tun hat. Auch wenn er selbst schon einige Karten mit Gewinn weiterverkaufen konnte, warnt er die jungen Leute eher davor, ins Pokèmon-Geschäft einzusteigen. „Auf den ersten Blick klingt es natürlich verlockend, mit einer einzigen Karte 50.000 Euro verdienen zu können. Aber wer hat schon eine perfekt erhaltene Holo-Glurak-Karte der ersten Generation zu Hause?“, so Markus. Wer jetzt also im Keller schnell nach seinen alten Sammelkarten suchen und das große Geld machen wollte, sollte also vielleicht noch kurz innehalten. Denn auch wenn man gut auf die Karten aufgepasst hat, gibt es Faktoren, die man als Käufer gar nicht beeinflussen kann.

Sammelkarten eher eine langfristige Investition

Entscheidend für den Wert sind unter anderem, wie gut die Karten ausgestanzt sind, ob sie perfekt zentriert sind oder etwa das Hologramm einen Kratzer hat. „Schon minimale Spuren machen preislich riesige Unterschiede. Um Karten zu hohen Preisen verkaufen zu können, sollte man sie außerdem offiziell graden, also bewerten, lassen. Das kostet natürlich auch wieder was und zahlt sich nur bei wirklich besonderen Karten aus. Kurzfristig ist bei den Sammelkarten also kein großer Gewinn drin, aber in paar Jahren kann der Wert durchaus steigen“, erklärt Markus, der selbst auch schon einige Booster zur Seite gelegt hat.

“Hype flacht wieder ein wenig ab”

„Ich glaube, dass der ganz große Hype wieder ein bisschen am Abflachen ist, was sicher gut für die jungen Fans ist, die sich die Karten sonst überhaupt nicht mehr leisten können. Außerdem waren die Karten in Klagenfurt zwischendurch ausverkauft und auch jetzt ist es manchmal schwierig, Booster zu bekommen“, so der Pokémon-Fan, der sein Hobby nebenbei weiterbetreiben wird, solange er noch Spaß dran hat. „Und wer weiß, vielleicht mache ich in ein paar Jahren ja doch noch den großen Gewinn mit meinen Karten“, lacht der Klagenfurter.

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