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/ ©Anka Bergmann

Beziehungsende, was nun? „Es gibt Wege aus der Krise“

Im Jahr 2022 gab es in der Steiermark 1905 Ehescheidungen. Hinzu kommt eine große Zahl an Trennungen von unverheirateten Paaren. Trennungsberaterin Anka Bergmann hilft betroffenen Partnern beim Abschluss eines Lebenskapitels.

von Jasmin El-Ashi-Pöstinger
2 Minuten Lesezeit(407 Wörter)

„Es gibt gesunde Trennungen, bei denen sich die Partner einfach auseinander leben. Wo man das Beziehungsaus miteinander bespricht und getrennte Wege geht. Diese Paare brauchen keine Trennungsberatung“, erklärt die Grazerin, die sich in ihren Lebens- und Sozialberatungen auf das Thema „Trennungsberatung“ spezialisiert hat. Kritisch wird es, wenn man in einer toxischen Beziehung ist oder einer der Partner schon jemanden Neuen gefunden hat.

Hilfe aus dem Loch

„Wenn einer zurückbleibt, für den das aus heiterem Himmel kommt, wird es schwierig. Wenn ein Partner sein Gegenüber vor vollendete Tatsachen stellt, hat er schon einen Vorsprung. Und der andere fällt in ein Loch“, beschreibt Anka Bergmann das Problem vieler ihrer Klienten. Es sind Frauen und Männer, die zu ihr kommen, um Wege aus diesem Loch zurück in ein freudvolles Leben suchen. Am Beginn ihrer Arbeit steht die Hilfe bei der Verarbeitung. Um letztendlich einen friedlichen Abschluss für sich selbst zu finden.

Toxische Beziehungen

„Toxische Beziehungen entstehen häufig aus der eigenen Geschichte heraus, weil man ungesunde Beziehungsformen in der eigenen Familie hatte. Daher sucht man sich Menschen, bei denen man diese erlernte Opfer-Rolle wieder einnehmen kann.“ Oft geht das dann so weit, erzählt Anka weiter, dass sich zum Beispiel Frauen die Frage stellen: „Habe ich diese hohen Schuhe immer getragen, weil mein Partner das so wollte? Oder bin ich das selbst?“ Es geht darum, zu lernen, wieder auf sich selbst und seine Stimme zu hören. Das klingt leicht, doch es ist in der Praxis für betroffene Männer und Frauen mit großem Schmerz verbunden.

Tipps für Betroffene

Die Lebens- und Sozialberaterin rät den Betroffenen, wieder in die Welt hinauszugehen, um neue Menschen zu treffen. Sich zu überlegen, was einem Spaß machen könnte. Eine Liste zu schreiben mit den Dingen, die man in der Beziehung als ganz furchtbar empfunden hat, hilft vor allem denen, die dazu neigen, die Partnerschaft im Nachhinein durch eine rosarote Brille zu sehen. „In weiterer Folge kann man sich auch überlegen, wie sollte eine neue Beziehung für mich sein? Was möchte ich? Es geht ja immer darum, zurück zu sich selbst und den eigenen Bedürfnissen zu finden“, sagt Anka und erklärt weiter: „Viele müssen einmal den ganzen Jahreskreis ohne Partner erleben. Es ist ein Prozess.“ An dessen Ende steht immer, wieder selbstbestimmt durch das Leben zu gehen.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 25.10.2023 um 15:51 Uhr aktualisiert
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