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/ ©Montage: LK Kärnten & Canva
Eine Bildmontage auf 5min.at zeigt einen Wolf und den Biologen Marcel Züger.
Am Foto: Biologe Marcel Züger, Naturschützer und Absolvent der ETH Zürich

Biologe lässt Traum vom Herdenschutz-Zaun platzen

Nach Millionen-Investitionen in den Herdenschutz setzt nun auch die Schweiz auf Wolfsabschüsse. „Wir sollten daraus lernen“, so Siegfried Huber, Präsident der Kärntner Landwirtschaftskammer.

von Tanja Janschitz
2 Minuten Lesezeit(385 Wörter)

In der Diskussion rund um die Rückkehr von Wölfen nach Kärnten wird von Seiten diverser Umweltorganisationen gefordert, dass in Kärnten flächendeckend Herdenschutzmaßnahmen – das heißt stromführende Zäune und scharfe Hunde – umgesetzt werden müssen. Als Beispiel wird dabei oft die Schweiz aufgeführt – mehr dazu hier.

Schweizer Biologe: „Herdenschutzmaßnahmen greifen nicht

Auf Einladung des Kärntner Almwirtschaftsvereins kam deshalb Diplombiologe Marcel Züger, Naturschützer und Absolvent der ETH Zürich, nach Kärnten. Laut ihm stelle sich die Situation in der Schweiz völlig anders dar: „Wölfe sind schlaue Jäger, die lernen, Herdenschutzmaßnahmen zu umgehen oder zu überwinden. In Graubünden stammten im Jahr 2022 insgesamt 70 Prozent der gerissenen Nutztiere aus Herden, in denen Schutzmaßnahmen gegen Wölfe gesetzt wurden“, stellt er klar. Für 2023 würden aktuell noch keine endgültigen Daten vorliegen. Der Biologe berichtet, dass in der Schweiz der Wolfsbestand dabei sei, völlig aus dem Ruder zu laufen: „Die Vermehrungsrate der Wölfe beträgt seit 2015 über 40 Prozent pro Jahr, obwohl jährlich etwa 10 Prozent des Bestandes erlegt werden. Mit 14 Rudeln auf 7.000 Quadratkilometern zählt Graubünden zu den Regionen mit der dichtesten Wolfspopulation im Alpenraum. Ohne aktives Wolfsmanagement, das heißt gezielte Entnahmen von Einzeltieren und ganzen Rudeln, wird es nicht weitergehen.“

Entnahmen, der beste Herdenschutz?

Für LK-Präsident Siegfried Huber wird durch die Ausführungen des Schweizer Biologen klar, dass es ein Märchen ist, dass Herdenschutzmaßnahmen auf Almen funktionieren würden: „Die Schweiz wird uns immer als Musterland für den Herdenschutz vorgehalten. Tatsache ist, die Eidgenossen buttern seit Jahren Millionen Franken in Schutzmaßnahmen und kommen jetzt trotzdem zu dem Punkt, wo sie schießen müssen. Wir sollten daraus lernen und nicht das Geld für Herdenschutzmaßnahmen beim Fenster rauswerfen. Das ist auch den Steuerzahlern nicht zu erklären“, betont Huber. Für den LK-Präsidenten ist der Kärntner Weg, Wölfe zu erlegen, der einzig richtige. „Die Wolfsverordnung hat sich bewährt. Die Risse sind von rund 400 im Jahr 2022 auf rund 130 im Jahr 2023 zurückgegangen. Grund sind natürlich die vielen Vergrämungen und die acht Abschüsse“, erklärt Huber, der sich bei der Kärntner Jägerschaft bedankt.

Foto in Beitrag von 5min.at: Zu sehen ist Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber.
©Paul Gruber
LK-Präsident Siegfried Huber

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