Weitere Artikel:

24.05.2019 - 11:32Feiern und helfen bei Kiwanis Villach24.05.2019 - 10:55Gemeinde­bauten als klima­freundliche Alternative24.05.2019 - 10:305-Jährige nach Hunde­attacke außer Lebens­gefahr24.05.2019 - 09:39Kinder vor Süchten bewahren24.05.2019 - 08:43Sparbuch war gestern: Jetzt in Sonnenstrom investieren
In Österreich erlangt eSports zunehmend an Bekanntheit.
In Österreich erlangt eSports zunehmend an Bekanntheit. © Unsplash

Videospiele als Sportart

Sollen eSports in Österreich als offizielle Sportart anerkannt werden?

Kärnten – Eine neue „Sportart“ hat sich bereits seit geraumer Zeit am Horizont gemeldet: der sogenannte eSports erfährt in Österreich und weltweit zunehmende Beliebtheit. Auf professionell ausgetragenen Wettkämpfen messen sich die Teilnehmer in Videospielen auf internationalem Niveau.

 6 Minuten Lesezeit (722 Wörter) | Änderung am 08.04.2019 - 13.18 Uhr

In diversen Ländern wurde der eSports bereits durch die Regierung als offizielle Sportart mit Verbandsrecht und Subventionen anerkannt, so etwa in den USA, in China und in Schweden. Auch in Österreich wächst die Szene zunehmend, mit einer Vielzahl an eSports-Events, die hierzulande stattfinden und gefeiert werden. Noch ist Wien der Hotspot der eSports-Szene, doch auch die Community in Kärnten wächst, sodass auch hier bald Events stattfinden sollen. In Deutschland ist der eSports bisher noch nicht anerkannt, die Prozesse wurden jedoch eingeleitet, sodass sich dies bei unseren Nachbarn schon bald ändern kann. Wird Kärnten und Österreich generell mitziehen?

Das Phänomen der Videospiele

Videospiele haben sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Markt entwickelt. 2019 liegt der Umsatz von Videospielen in Österreich bei fast 160 Millionen Euro, bis 2023 soll dieser Wert fast 200 Millionen Euro verzeichnen. Beim eSports werden jene Videospiele in großen Turnieren gespielt, auf denen sich die besten Spieler der Welt messen. Bekannte Spiele sind unter anderem League of Legends, Counterstrike Global Offensive und Fortnite, die inzwischen ganze Stadien mit Zuschauern füllen und Millionen von Zuschauern weltweit vor den Bildschirm locken.

Videospiele sind somit kein Nischenmarkt mehr, denn sie zählen heute zum Mainstream der Gesellschaft. Ein Grund für die höhere Beliebtheit ist das Internet, welches den Einstieg in die Spielewelt deutlich erleichtert und den Markt für die Massen eröffnet hat. Mobile Spiele sind durch das umfangreiche Angebot der Appstores von Apple und Google bereits allgegenwärtig, Steam ermöglicht einen einfachen Download von Spielen und durch das Angebot von Echtgeld Casinos können Spielfreunde die beliebtesten Casinospiele wie Blackjack und Poker bequem von zuhause oder einem Mobilgerät aus spielen. Jeder, der an Spielen Interesse hat, kann heute somit einfach in die Welt einsteigen und Teil dieser werden.

ANZEIGE
Die eSports Turniere haben weltweit 335 Millionen Zuschauer.

Die eSports Turniere haben weltweit 335 Millionen Zuschauer. - © ybbuc

Die eSports-Szene

Weltweit schauen bereits über 335 Millionen Menschen den Turnieren des eSports zu. Mit 655 Millionen US-Dollar weltweitem Umsatz im vergangenen Jahr bietet eSports schon jetzt großes Potenzial, doch der Wert soll bis 2021 sogar auf über 1,6 Milliarden US-Dollar ansteigen. Die Preisgelder der Turniere liegen in Millionenhöhe, auch Österreicher bekommen hier ihren Anteil: Der österreichische Thomas Hörak (Spielername: Tschilinken) konnte bereits Preisgelder in Höhe von über 37.500 US-Dollar im eSports mit nachhause nehmen.

In Österreich erlangt eSports zunehmend an Bekanntheit, immerhin sollen etwa 32.000 Österreicher bereits an eSports-Turnieren teilgenommen haben, während über 60.000 den Übertragungen solcher Spiele zusehen, wie FutureZone berichtet. Im Jahr 2007 wurde der eSport-Verband Österreichs (ESVÖ) gegründet, der sich seither für die Interessen des elektronischen Sports in Österreich einsetzt, Maßnahmen gegenüber der Gesellschaft und Politik vertritt und zudem vom österreichischen Gesundheitsministerium unterstützt wird. Diverse Veranstaltungen im eSports finden bereits in Österreich statt, so wurde 2008 die erste österreichische Meisterschaft an der Game City in Wien ausgetragen. T-Mobile ist zudem Sponsor der größten LAN-Party Österreichs, der ESF LAN-Party in Wien, weitere Events sind auch in Kärnten geplant. Die legendäre VulkanLAN findet bei unseren Nachbarn in der Steiermark statt und lockt dieses Jahr bereits zum 48. Mal die Besucher und Spieler in ihre Hallen. ESports-Teams setzen sich aus Mitgliedern des ganzen Landes zusammen, auch aus Kärnten kommen Vereine, wie etwa die Spielerbank Kärnten.

Die Chancen für die Anerkennung in Österreich

Der ESVÖ setzt sich aktiv dafür ein, dass der elektronische Sport in Österreich als offizielle Sportart anerkannt wird, damit der Bereich von diversen Vorteilen, wie dem Verbandsrecht, einigen Subventionen, steuerlichen Erleichterungen und der Möglichkeit, ein Sportler-Visums zu erlangen, profitieren kann. Das österreichische Sportministerium gab bekannt, dass Chancen für die Anerkennung des eSports als offizielle Sportart bestehen, diese jedoch noch dauern würden. Während dem kognitiven Aspekt der Videospiele – wie etwa der Reaktionsgeschwindigkeit, dem strategischen und analytischem Denken sowie der Konzentration – hohe Bedeutung zugerechnet wird, fehlt den Verneinern der Anerkennung der körperliche Aspekt beim Videospielen.

Die eSports-Szene wächst in Österreich stetig, während zunehmend viele Österreicher sich für das professionelle Spielen von Videospielen begeistern. Die Zahlen bestätigen, dass es sich um einen umsatzträchtigen Markt handelt, der bereits das Interesse der Wirtschaft und Politik erweckt hat. Ob bzw. wann es zu einer Anerkennung des eSports als Sportart in Österreich kommen wird, ist weiterhin fraglich, wird von den Vertretern der Branche jedoch stark erhofft.

Kommentare laden
ANZEIGE